Die Küstenlinie der Noto-Halbinsel in der Präfektur Ishikawa zeigt uns, dass große Erdbeben nicht nur Vorfälle, sondern wiederkehrende Probleme sind. Tatsächlich hebt sich das Land nach jedem gewaltigen Beben, eine Wirkung, die wir im Geomorphologie-Begriff „marine Stufen“ nennen. Jeder sollte sich bewusst sein, dass die Gefahr eines solchen Naturereignisses jederzeit wieder zunehmen könnte.
Mit einem Magnitude von 7,6 hat das Erdbeben am Neujahrstag 2024 die friedliche Küstenlinie Noto einmal mehr verändert. Aber was macht die Situation so alarmierend, und warum ist es wichtig, jetzt darüber zu sprechen? Experten wie Masanobu Shishikura von der Nationalen Forschungsbehörde für Industrie und Technologie stehen vor der Hauptherausforderung, diese Beben vorherzusagen, um die Bevölkerung zu schützen.
Die Lektionen aus der Vergangenheit
„Wir konnten es wieder nicht rechtzeitig ankündigen“, so Shishikura, nachdem er die Erhebungsdaten nach dem jüngsten Beben gesehen hat. Er blickt zurück auf die Erfahrungen während des verheerenden Erdbebens von 2011 in Ostjapan. In alten japanischen Chroniken wird ein großes Beben im Jahr 869, das viele Opfer durch Tsunamis forderte, dokumentiert. Welche Verbindung haben diese alten Berichte zu heutigen Ereignissen?
Shishikuras Team begann vor über 20 Jahren mit der Untersuchung von Tsunamiablagerungen in der Region Tohoku und fand heraus, dass Tsunamis alle 500 bis 800 Jahre wiederkehren. Dieser wertvolle Hinweis hat Eingang in die langfristigen Bewertungsberichte der Erdbebenuntersuchungskommission gefunden.
Das Dilemma der Kommunikation
- Ist die Öffentlichkeit ernsthaft auf Tsunami- und Erdbebenwarnungen vorbereitet?
- Gab es Anfragen an Institutionen wie Tokyo Electric, die Warnungen abgemildert haben wollen?
- Wie beeinflusst diese Zensur unsere Fähigkeit zur Gefahrenvorhersage?
Das Ergebnis all dieser Überlegungen hat die sogenannten „phantomhaften langfristigen Bewertungen“ hervorgebracht, die nicht rechtzeitig veröffentlicht wurden und wertvolle Vorwarnungen verhinderten.
Ein Blick auf die Noto-Halbinsel
Die Noto-Halbinsel hat eine ganz eigene, alarmierende Geschichte. Seit 2007 untersuchen Shishikura und sein Team, wie sich die Küstenlinie über die Jahrhunderte verändert hat. Sie haben herausgefunden, dass über 6.000 Jahre viele Erhebungen in Form von Stufen entstanden sind.
Die offensichtliche Gefahr ist entscheidend. Der aktuelle Rückgang bei den M7- oder größeren Erdbeben zeigt, dass die Region alles andere als sicher ist. Umso wichtiger ist es, dass wir uns vorbereiten und das Geschehene reflektieren.
Die Notwendigkeit, wachsam zu sein
Wie die Geologen sagen, sind die Muster der Natur nicht einfach. Verhaltensweisen und Veränderungen in der Erdkruste können uns viel über bevorstehende Risiken erzählen. Für uns alle ist es daher essenziell, solche Informationen ernst zu nehmen und über mögliche Katalysatoren für künftige Ereignisse zu lernen.
Wie bewerten Sie die riskante Lage der Region? Glauben Sie, es ist Zeit für eine Anpassung der Warnsysteme?









