Stell dir vor, Spanien und Portugal drehen sich wie ein riesiges Gesteinsrad. Klingt surreal? Doch die Wissenschaft zeigt, dass die Iberische Halbinsel sich tatsächlich sehr langsam im Uhrzeigersinn bewegt. Dieser Prozess ist zwar unmerklich innerhalb eines menschlichen Lebens, aber im Laufe von Millionen Jahren von enormer Bedeutung.
Die Iberische Halbinsel dreht sich… aber nur um Millimeter
Unter deinen Füßen scheint alles still zu stehen. Häuser und Straßen bleiben unverändert. Doch die Erdkruste verändert sich kontinuierlich. Spanien, Portugal und der Süden Frankreichs bilden einen Block, der oft als „Iberischer Block“ bezeichnet wird.
Aktuelle Studien aus Spanien zeigen, dass dieser Block sich sehr langsam im Uhrzeigersinn dreht aufgrund der Kollision zweier tektonischer Riesen: der eurasischen Platte im Norden und der afrikanischen Platte im Süden, die sich um etwa 4 bis 6 Millimeter pro Jahr annähern. So wenig erscheint es, doch über Millionen von Jahren reicht es, um Falten zu formen und Berge zu erheben.
Eine komplexe Plattengrenze
Weltweit sind einige Plattengrenzen einfach zu verstehen, mit klaren Rissen oder ununterbrochenen Gebirgsketten. Die Grenze zwischen Afrika und Eurasien ist jedoch deutlich komplexer.
- Keine klare Linie: Statt einer scharfen Grenze spricht man von einer breiten Zone der Deformation.
- Kleinere Bewegungen: In dieser Zone gibt es Bereiche, die sich zusammendrücken, während andere in kleine Blöcke zerfallen, die sich leicht verschieben.
Diese Deformation ist nicht auf eine einzige Bruchlinie konzentriert, sondern verteilt sich über zahlreiche Strukturen. Das Gesamtverhalten ist schwieriger zu deuten, bereichert aber unser Wissen über die iberische Tektonik.
Der Schlüsselbereich Alboran und der Gibraltarbogen
Besonders interessant für Forscher ist das Gebiet Alboran zwischen Spanien und Marokko. Diese Zone aus kontinentale und ozeanische Kruste bewegt sich langsam nach Westen.
Diese Bewegung steht in Zusammenhang mit der Bildung des Gibraltarbogens, der eine Art geologische Drehachse darstellt.
Wie wurde diese Rotation entdeckt?
Diese bemerkenswerten Ergebnisse kommen nicht von einer einzigen Methode. Wissenschaftler nutzen verschiedene Datenquellen, um die Rotation der Iberischen Halbinsel zu beweisen und Fehler zu minimieren.
- Erdbeben: Jedes Beben zeigt, wie eine Verwerfung bricht oder gleitet.
- Satellitenmessungen: Hochpräzise GPS-Netzwerke verfolgen Bewegungen an der Erdoberfläche bis auf wenige Millimeter genau.
Was bedeutet das für das seismische Risiko in Spanien und Portugal?
Die Erkenntnisse über die Deformierung der Iberischen Halbinsel sind nicht nur akademischer Natur. Sie helfen dabei, das seismische Risiko für Millionen von Menschen zu bewerten, die in Spanien, Portugal und im Süden Frankreichs leben.
Wenn Wissenschaftler wissen, wo sich Deformationen konzentrieren, können sie gezielt nach aktiven Verwerfungen suchen und das Risiko von Erdbeben besser vorhersehen.
Ein Blick auf die geologische Zukunft Südosteuropas
Die Drehung der Iberischen Halbinsel ist nur ein Teil eines viel größeren Bildes. Langfristig wird die Konvergenz zwischen Afrika und Eurasien weiterhin einen Teil des Mittelmeeres schließen und Gebirgszüge anheben.
– Es ist faszinierend zu beobachten, wie Mikroplatten sich zwischen großen tektonischen Einheiten bewegen und anpassen.
Die aktuellen geologischen Forschungen geben uns nicht nur ein besseres Verständnis für die Risiken, sondern beleben auch das Gefühl, dass die Erde tatsächlich lebt und sich ständig verändert.
Was denkst du über die geologischen Veränderungen in deiner Umgebung? Lass es uns in den Kommentaren wissen!









